
Der Sprung vom Kart direkt in einen GT4-Boliden ist selten, mutig und mit großem Aufwand verbunden – für unser Mitglied Jacob Trost (19) aus Wiesbaden war die neue Rennserie „GTC European Endurance Challenge“ in Vallelunga die erste große Bewährungsprobe nach monatelanger Vorbereitung im Simulator, gezieltem Fitnesstraining und mentaler Arbeit. Einziges Manko: Jacob konnte zuvor keine Testkilometer im Auto sammeln.
Trotz fehlender Praxis fand er aber sofort einen Zugang zum Porsche Cayman GT4 RS Clubsport, der von WimmerWerk Motorsport eingesetzt wird. Im Qualifying setzte er ein deutliches Ausrufezeichen mit einer persönlichen Bestzeit von 1:40.9, nur wenige Zehntelsekunden hinter den schnellsten GT-Runden des Wochenendes.
Durch eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug in Rennen 1 und einen damit einhergehenden zusätzlichen Boxenstopp des Porsches musste sein Teamkollege Hans-Peter Eder leider das Fahrerfeld über mehrere Runden an sich vorbeiziehen lassen. Als Jacob schließlich ins Auto stieg, fuhr er mit konstanter, schneller Pace, kämpfte sich im dichten Verkehr aus GT- und TCR-Fahrzeugen nach vorn und zeigte mehrere überzeugende Überholmanöver. Sportlich war sein Stint eines der stärksten Elemente des Wochenendes, das Gesamtergebnis wurde jedoch durch den frühen Zeitverlust verfälscht.
Im zweiten Rennen konnte Jacob, der unter anderem von BAUHAUS Deutschland und PSG Logistik unterstützt wird, bereits in der Startphase mehrere Positionen gutmachen. Im Rennen fuhr er konstante Rundenzeiten auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und übergab das Auto nach seinem Einsatz auf Position 3 innerhalb der GT-Gruppe. Sein Teamkollege Hans-Peter Eder brachte das Fahrzeug dann schließlich auf Position 4 in der GT-Klasse und auf Gesamtplatz neun ins Ziel.
Jacob fasst das Wochenende nüchtern und fokussiert zusammen: „Ich bin stolz auf das, was ich in so kurzer Zeit zeigen konnte. Das Auto fühlt sich gut an, und ich wusste schnell, wo das Limit liegt. Dass ich ohne vorheriges Training im Fahrzeug und auf der Strecke das erste Mal an einem Rennwochenende das Fahrzeug bewege, kostete viel Mut – aber irgendwas sagte mir, dass es möglich ist.“
Das Ziel für da nächste Rennen auf dem Slovakiaring ist klar: Ein Platz auf dem Podium.